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Von der PC-Werkstatt zu den #cloudheroes
Mit 17 gründet Tobias Wirth sein erstes Unternehmen – nicht aus
Kalkül, sondern aus Überzeugung. Was ihn angetrieben hat, warum er lieber Verantwortung übernahm als in die Disco zu gehen und wie aus einem Schüler ein Unternehmer mit Vision wurde.
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Tobias, wie kommt ein 17-Jähriger auf die Idee, statt am Friedberger Baggersee zu chillen, lieber ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Ich hatte einfach Lust, etwas aufzubauen. „Gründen“ war kein Begriff für mich, es ging ums Machen. Zur Jahrtausendwende waren das oft einfache Fragen: Wie versende ich eine E-Mail? Wie komme ich ins Internet, um mit meiner Tochter in Amerika zu sprechen? Wenn ich helfen konnte, war das ein gutes Gefühl.
Hattest du nicht Angst, etwas zu verpassen?
Überhaupt nicht. Neben dem Aufbau meines Geschäfts blieb immer auch Zeit für die Disko. Meist fand man mich aber tatsächlich an der Theke, wo ich Kunden beriet, passende IT-Lösungen zusammenstellte und PCs reparierte. Noch wichtiger waren jedoch die Begegnungen: Ich saß mit Unternehmern am Tisch, hörte zu, lernte von ihren Erfahrungen und bekam spannende Einblicke hinter die Kulissen. Gleichzeitig konnte ich ständig mit neuester Technologie arbeiten und diese direkt ausprobieren. Das war für mich die perfekte Kombination.
Wie fanden deine Eltern diese Idee?
Ohne sie säßen wir heute nicht hier. Meine Eltern gaben mir Vertrauen statt Startkapital. Außerdem halfen sie mir beispielsweise dabei, Ware vom Großhändler abzuholen – ich hatte ja noch keinen Führerschein.

Aber du gingst doch noch zur Schule – wie hast du dein Geschäft organisiert?
Die Öffnungszeiten richteten sich nach meinem Stundenplan. Spannend wurde es im Zivildienst. Damit der Laden lief, finanzierte das Landratsamt eine Vollzeitkraft und eine Minijob-Stelle. Während ich Busse für die Malteser fuhr, hielten die beiden das Geschäft am Laufen. Ich wollte sie danach behalten, also musste der Laden so wachsen, damit ich die Gehälter stemmen konnte. Das ist mir zum Glück gelungen – mein erster Mitarbeiter war daraufhin viele Jahre ein wichtiger Teil des Teams.
Was hättest du deinem 17-jährigen Ich gern gesagt?
„Fokussiere dich konsequent auf deine Stärke, Technologie für Menschen zugänglich zu machen. Rückschläge gehören dazu – sie sind wertvolle Lernmöglichkeiten. Unternehmertum bedeutet, viel Verantwortung zu tragen, gleichzeitig aber auch Freiheit zu gewinnen.“ Diese Freiheit ist ein Wert, der mir bis heute enorm wichtig ist.
Gab es auch mal so etwas wie einen „Was mach ich hier eigentlich?“-Moment?
So ein Moment war der Umzug 2018 ins neue Firmengebäude. Abends stand ich allein im Rohbau, legte mich auf den Boden und fragte mich: „Krieg ich das alles hin?“ Aber Krisen dauern bei mir selten länger als eine Nacht. Dann kommt der Punkt: Jetzt erst recht! Entscheidend ist dabei auch mein starkes Netzwerk, auf das ich mich immer verlassen kann. Sowohl im Management als auch privat, hier allen voran meine Frau Stefanie.

„Vorne ist da, wo sich niemand auskennt.“ Wann warst du zuletzt dort – und wie hast du den Weg gefunden?
Beim Abschied vom eigenen Rechenzentrum. Wir hatten über 1.000 User darauf laufen, aber mir war klar: Die Zukunft liegt in der Microsoft Cloud. Viele fragten: „Wie kann man so ein gut laufendes Modell aufgeben?“ Für unsere Größe und unsere Kundinnen und Kunden war es die bessere Lösung. Heute profitieren wir von Skalierbarkeit, Sicherheit und Mehrwert. Der Weg war unbequem – genau das ist für mich „vorne“.
Welche Entwicklungen haben fly-tech besonders geprägt?
Ein Schlüsselmoment war, mobil auf E-Mails zugreifen zu können – damals mit einem Windows-CE-Gerät. Da war klar: Daten sind überall. Der Startpunkt für Cloud. Jetzt kommt KI. Sie braucht strukturierte Daten, Rechenleistung, Sicherheit – all das haben wir mit der Cloud aufgebaut. Diese Vorarbeit zahlt sich nun aus. Auch das Thema New Work, das wir in unserem Office leben und zu unseren Kunden bringen, zeichnet uns aus.
Warum gibt’s fly-tech nach 25 Jahren noch?
Weil wir uns ständig hinterfragen. Weil wir bereit sind, loszulassen und Neues anzunehmen. Und weil wir als #cloudheroes-Team zusammenstehen. Mit der OKR-Methode haben wir das für uns passende Management-Tool gefunden, mit dem wir unsere Themen konsequent in die Zukunft tragen.

Und wie sieht fly-tech zum 30. Geburtstag aus?
Wir werden noch partnerschaftlicher mit unseren Kundinnen und Kunden arbeiten – nicht Auftraggeber und Dienstleister, sondern Sparring auf Augenhöhe. Unser Team wächst gezielt, auch mit Menschen, die Change-Prozesse begleiten und Strategie entwickeln.
Wenn fly-tech eine Netflix-Doku bekäme – wie würde sie heißen?
„Nach 25 Jahren über Nacht erfolgreich.“ Weil nachhaltiger Erfolg nie plötzlich kommt. Er entsteht aus Arbeit, Lernen, Gesprächen – und Rückschlägen. Mut zahlt sich aus, gute Ideen brauchen Zeit, Beziehungen wachsen langsam. So entsteht etwas, das bleibt und Wirkung entfaltet.
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